Dienstag, 7. März 2017

Rezension zu "Runa" von Vera Buck



Autor: Vera Buck
Titel: Runa
Genre: Romane-Erzählungen/ Medizin-Thriller
Klappentext: "Man kam nicht her, um zu genesen, sondern um zu sterben."
Paris 1884. In der neurologischen Abteilung der Salpêtrière-Klinik führt Dr. Charcot Experimente mit hysterischen Patientinnen durch. Seine Hypnosevorführungen locken Besucher aus ganz Europa an; wie ein Magier lässt der Nervenarzt die Frauen vor seinem Publikum tanzen. Dann aber wird Runa in die Anstalt eingeliefert, ein kleines Mädchen, das all seinen Behandlungsmethoden trotzt. Jori Hell, ein Schweizer Medizinstudent, wittert seine Chance, an den ersehnten Doktortitel zu gelangen, und schlägt das bis dahin Undenkbare vor. Als erster Mediziner will er den Wahnsinn aus dem Gehirn einer Patientin fortschneiden. Was er nicht ahnt: Runa hat mysteriöse Botschaften in der ganzen Stadt hinterlassen, auf die auch andere längst aufmerksam geworden sind. Und sie kennt Joris dunkelstes Geheimnis …
(Quelle: www.randomhouse.de / Limes Verlag)

In dem Buch geht es um Jori, einen jungen Studenten aus der Schweiz, der Ende des 19. Jahrhunderts, an die Nervenklinik Salpetriere geht, um zu studieren, da die große Liebe seines Lebens, Pauline, an Hysterie leidet, um sie selbst anschliessend behandeln zu können und zu heilen. Dabei wird er in die Geschehnisse um eine Patientin, Namens Runa, verwickelt und muss feststellen, das nicht das Wohle der Patienten an erster Stelle in der Klinik, unter Leitung von Dr. Charcot, steht, sondern es den Ärzten hauptsächlich um Ruhm und machtpolitische Gründe geht. Gerade an Runa, einer Patientin, die scheinbar allen Behandlungsmethoden gegenüber resistent ist, bei der selbst der grosse Dr. Charcot ratlos ist, soll er eine nie dagewesene Operation erfolgreich am Gehirn durchführen, um so seinen Doktortitel zu bekommen.

Parallel dazu passieren Morde in Paris, die eines gemeinsam haben, der Mörder hinterlässt seltsame Zeichen an den Tatorten, und ein gewisser Monsieur Lecoq, ehemalig bei der Surete (der Pariser Polizei)Ermittler, der sich jetzt selbst als Verbrecher bezeichnet, geht der Sache nach, aus reinem Interesse.

Vera Buck vereint in diesen Buch Fakten und Fiktion zu einer Geschichte, wie ich sie so noch nicht gelesen habe. Einige Personen und viele Orte des Buches, gab und gibt es noch heute. Salpetriere ist heute immer noch zu besichtigen. Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die einen emotional sehr berührt, aber auch schockiert und dann wiederum zur Entlastung sozusagen, schmunzeln lässt über einen schrulligen Monsieur Lecoq. Jede einzelnen Person in dem Buch ist so genau dargestellt, das man keine weitere Beschreibung dieser vermisst. Es ist einfach rund, komplett. Das lässt sich auch über die Orte in den Szenen sagen.

Die Sprache und der Schreibstil ist sehr klar und verständlich, auch wenn ich die wenigen französischen Wörter nicht verstanden habe, da ich die Sprache nicht spreche, war das nicht störend. Ich mochte es sehr gerne lesen, da es zu keinem Zeitpunkt anstrengend war. Im Gegenteil , von mir aus hätte das Buch 1200 Seiten haben können, ich wäre nicht satt gewesen, es zu lesen.

Die Handlung war sehr schlüssig und logisch in meinen Augen, mit einigen Überraschungen gespickt, was dem Buch auch sehr viel Spannung verlieh. Die Spannung kam so unerwartet aber deutlich spürbar, das ich dachte ich bin in einem Psychothriller gelandet. Der Spannungsbogen riss nirgendwo ab, und ich bin wirklich der Ansicht, das einige Spitzenautoren dieser Welt dieses Buch als Motivation und Inspiration nehmen könnten.

Als ich das Buch anforderte, war ich neugierig geworden durch den Klappentext, da ich persönlich im Leben mit diesem Thema konfrontiert worden bin. Ich war neugierig und hatte ein gutes Bauchgefühl, das es mir gefallen würde. Aber das Buch übertraf alle meine Erwartungen. Ich erwartete nur ein gutes Buch und bekam „Ulysses“.
Vera Buck schafft es auf seriöseWeise, mit sehr guter Recherche, Geschichte mit Fantasy zu verbinden, ohne die wahren Begebenheiten ins lächerliche zu schreiben, das finde ich sehr wichtig. Trotz des ernsten Themas wird man auf hoher Ebene gut unterhalten.

Das Buch ist eigentlich zeitlos, denn auch wenn die Geschichte Ende des 19. Jahrhundert spielt, sagt es eigentlich aus, wie die Gesellschaft immer noch tickt, wir haben uns als Menschen nicht viel verändert und die eigennützigen Interessen, spielen in vielen Bereichen unseres Lebens noch eine große Rolle. Vielleicht denken wir alle mal ein wenig darüber nach, wie wir unseren Mitmenschen gegenübertreten. Bedürftigen und kranken Hilfe zukommen lassen, ohne darüber nachzudenken was wir persönlich davon haben, und nicht über andere urteilen, solange wir nicht deren Erfahrungen selbst erlebt haben. Grosszügigkeit im Geist, ohne Erwartungen, entwickeln ist doch ein wirklich lohnendes Ziel.

Fazit: Das Buch ist mehr als nur Lesestoff, es ist hohes Niveau für jeden Leser, man muss keine Literatur studiert haben um es zu verstehen. Es regt zum nachdenken an und macht dabei noch Spass, trotz der teilweise düsteren, schockierenden Szenen.

Ihr solltet es alle lesen, es gehört in jedes Bücherregal in dem tolle Bücher Platz haben.

Ich danke Vera Buck sehr das sie dieses Werk geschaffen hat, ich danke dem Blanvalet Verlag, der mir dieses Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

Besser als mit diesem Buch, konnte ich meine Zeit nicht verbringen.

Liebe Grüße

Euer Peter

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen