Dienstag, 7. März 2017

Rezension zu "Endgültig" von Andreas Pflüger




Autor: Andreas Pflüger
Titel: »Endgültig«
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: März 2016
Verlag: Suhrkamp


Das Buch beginnt mit dem Prolog, in dem beschrieben wird, wie Jenny Aaron, die Hauptprotagonistin in dem Buch, Polizistin einer Elite-Einheit, bei der Flucht von einem missglückten Einsatz in Barcelona schwer, durch einen Kopfschuß durch ihren Verfolger, verletzt wird. Diese Kopfverletzung führt zu ihrer Erblindung. 

Fünf Jahre später, ist die blinde Jenny Aaron Verhörspezialistin und Fallanalytikerin beim BKA, und wird von ihren ehemaligen Berliner Kollegen um Hilfe in einem Fall gebeten. Ein Inhaftierter Gefangener, Reinhold Boenisch, mit dem Jenny, in der Vergangenheit, schon ihre Erfahrungen machen musste, scheint die Psychologin Melanie Breuer, getötet zu haben und verlangt nur mit ihr zu sprechen.
Nach dem Verhör von einem Mitgefangenen und Boenisch selbst, ist sich Jenny aber sicher, das es dieser nicht gewesen sein kann. Es stellt sich heraus, das dieser Mord eine Verbindung mit dem Einsatz in Barcelona hat. Jenny selbst rückt in den Fokus, sie selbst scheint der Grund für den Mord zu sein und ist das Ziel des wahren Verursachers der Vorkommnisse. Zusammen mit ihren ehemaligen Kollegen der Elite-Einheit, ermittelt sie und kommt während dessen ihren Gegenspieler sehr nahe. Nicht nur weil sie ihn verantwortlich machen will, für den Mord an der Psychologin, sondern weil er ihr  die Antwort geben könnte, auf eine Frage, die Jenny schon seit Barcelona quält. 

Dieser Thriller spielt hauptsächlich innerhalb von nur 36 Stunden, mit einigen Rückblendungen zu verschiedenen Hauptprotagonisten. Das Buch wirkt, von Beginn an, sehr gut recherchiert. Ich erfuhr so einige interessante Details, die ich noch gar nicht kannte über die Wahrnehmung und Orientierung von blinden Menschen. Während des Lesens, erschien es mir so ungewöhnlich, das ich mir vornahm, den Autoren zu fragen, ob es auf Tatsachen beruht. Am Ende des Buches in der Danksagung, wurden meine Fragen dazu aber hinfällig, dort sind die Informationen dazu, geschrieben.

Der Schreibstil von Andreas Pflüger ist einmalig, er schreibt sehr kompakt und doch sehr ausführlich, auf so kleinem Raum, das ich es nur mit einer »Zip-Datei« vergleichen kann. Des Lesers Hirn ist praktisch der Konverter. Unnötige Sätze gibt es in diesem Buch nicht. Er schreibt mit einer Präzision, die seiner Protagonisten würdig ist (unter anderem kommen auch Scharfschützen darin vor, oder es wird davon gesprochen). 
Er trifft halt zielsicher des Lesers Hirn, alle Synapsen klammern sich an jedes Wort und stehen stramm vor gnadenloser Spannung. Denn Andreas Pflüger begnügt sich nicht nur mit einem Spannungsbogen, er erzeugt noch kleine temporäre Spannungsbögen dazu. Man kann auch einfach sagen, hier versteht jemand was »Thriller« wirklich bedeutet und vollführt es in Vollendung. 

Die Sprache ist sehr gut verständlich, ich hatte keine Mühe der Handlung zu folgen. Nie musste ich einen Satz zweimal lesen, um etwas zu verstehen. Also auch ein Arbeiterkind wie ich, kommt mit diesem leicht poetischen und ausgefeilten Buch sehr gut zurecht. Die Handlung erschien mir in allen Abschnitten logisch, mir sind keine Widersprüche aufgefallen. Nur einen Rechtschreibfehler, vielleicht auch zwei, fielen mir auf (Grüße an den Verlag, Nachricht mit Fotos ist raus;) ), das finde ich aber nicht schlimm, mache ich doch bestimmt hier in der Rezension bestimmt wieder selbst genug.

Fazit:

Ich selbst kann die Superlativen auf Büchern nicht mehr sehen, denn demnach ist jedes Buch irgendwie das genialste, seiner Art. Aber hier muss es geschrieben stehen.
»Endgültig« ist einer der besten, wenn nicht sogar beste Thriller den ich je gelesen habe. Er ist Weltklasse, wenn ich ihn mit internationalen Werken in dem Genre vergleiche. Ich wollte nicht, dass er aufhört, wollte diese Delikatesse noch länger erfahren/ kosten dürfen. Ich könnte immer weiter schreiben, aber ihr sollt ja noch Zeit haben, euch schleunigst, das Buch zu besorgen und es selbst zu lesen.

Diesen »Thriller« hat mir mein Buchhändler, Klaus Bittner, in Köln, empfohlen, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Diese wunderbaren Stunden mit dem Buch möchte ich nie mehr missen müssen.

Das ist es, wie man ein »Thriller« schreiben muss.

5 Sterne+ werden sicher niemanden wundern nach dieser Rezension.

Kauft euch das Buch, wenn ihr Fans von guten »Thrillern« seid, die nicht nur von alkoholkranken, oder in Rente befindlichen, Ermittlern seid, a la Skandinavien.

Deutsche Autoren rocken, und ich werde mir in nächster Zeit einige mehr davon reinziehen, bis die Großhirnrinde feuer fängt.

Euer Weltenwandler

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