Dienstag, 7. März 2017

Rezension zu "Die Schöne und der Tod" von Bernhard Aichner




Titel: Die Schöne und der Tod - Max Broll-Reihe Teil 1
Autor: Bernhard Aichner
Erschienen: 11.04.2016 im btb-Verlag
Genre: Kriminalroman

Max Broll lebt als Totengräber in einem kleinen Dorf, in Österreich. Er arbeitet auf dem örtlichen Friedhof als Totengräber. Lebt ein beschauliches Leben und erfreut sich an Dingen, wie einer Sauna-Gruppe, die sich in der selbstgebauten Sauna entspannt. An einem gemütlichen Sonntag, bekommt er einen Anruf seiner Ex-Freundin, Emma, und wie so oft im Leben, ist das der Anfang allen Übels. ;) (Sorry der musste sein).

Die Schwester von Emma, Marga, hat sich durch einen Sprung aus einem Wohngebäude umgebracht. Max Broll soll schon einmal ein Grab ausheben, da Marga schon bald, in ihr Heimatdorf, von Wien überführt werden soll. Dieser macht sich an die Arbeit, und die Beerdigung findet statt, mit tragischen Szenen.

Womit aber niemand gerechnet hat, das Max das Grab, tags drauf, noch einmal öffnen muss. Er hat beim Graben in diesem, seine Uhr verloren, uns muss feststellen, das Marga‹s Leiche über Nacht verschwunden ist. Die Kripo, bei der auch die Stiefmutter von Max,Tilda, arbeitet, wird eingeschaltet. Bald verschwindet auch der Gemeinde-Arbeiter Dennis, welcher Max beim Graben, immer zur Seite stand.

Max macht sich auf die Suche, mit Hilfe seines besten Freundes im Dorf, Baroni, denn niemand stiehlt Max Broll eine Leiche, von seinem Friedhof! Auch wenn die Polizei ihm deutlich macht, dass er sich rauszuhalten hat. Max Broll lässt sich von niemanden aufhalten, der sture, sympathische Totengräber.

Das Cover ist klasse, der btb-Verlag und der zuständige Designer haben hier ganze Arbeit geleistet. Auch bei den folgenden Büchern, dieser Reihe ist der Stil sehr ähnlich und sehr gelungen. Für die Cover, schon einmal 5 extra Sterne.

Nun zum Schreibstil. Diese Reihe gibt es ja schon seit 2010, bedeutet, dieses Buch wurde lange vor den Beginn der »Blum-Trilogie« geschrieben, zumindest die ersten 3 Teile der Max Broll-Reihe. Ich selbst hatte bisher erst »Totenfrau« und »Totenhaus« mit Begeisterung, gelesen.

Beim Lesen erkannte ich den Schreibstil von Bernhard Aichner sofort wieder. Er war schon 2010 ein toller Autor, mit seinen ausdrucksvollen und kurzen Sätzen. Selbst, bei einzelnen Wörter wie »Sau« (als Beleidigung gemeint), die in Dialogen geschickt gesetzt sind, spürte ich darin die ganze Wut und Abscheu von Max Broll, gegenüber seines Gesprächspartners.
Das Buch enthält einen großen Teil von reinen Dialogen, die, mich sehr intensiv erreichten, weshalb ich die Gefühle der Protagonisten oft sehr intensiv nachempfinden konnte.

Bernhard Aichner versteht es, Figuren zu erschaffen, die einzigartig und mit starken Charakter dargestellt sind. Durch die Erzählweise werde diese ausführlich beschrieben.
Es sind Personen, wie sie im realen Leben existieren, nur nicht so aalglatt, das sie austauschbar wären.

Einen Protagonisten wie Max Broll findet man nicht so leicht noch einmal in der Literatur. Er ist einzigartig, wie ein Odysseus von Homer, er stellt sich dem Leben, bleibt sich selbst treu, vertraut seinem Instinkt in seinem Kriminal-Abenteuern. Dieser Charakter hat den nötigen Wiedererkennungswert, um Leser zu begeistern und in deren Köpfen zu bleiben, diese zu begeistern.

In dem Buch sind sämtliche Gedanken, Wörter und Handlungen vorstellbar, also sehr real geschrieben. Die Protagonisten sind nicht perfekt, oder als Superhelden dargestellt. Der Verlauf der Handlung ist logisch und so spannend geschrieben das ich das Buch mit kleinen Pausen in einem Zug, durchgelesen habe. Der Spannungsbogen ist stimmig und stramm. Aber Achtung, dies ist kein Thriller! Ein Krimi lebt, meiner Meinung nach davon, dass die Handlung immer nah am Geschehen, dem Verbrechen, vollzogen wird. Die Ermittlung steht hier im Vordergrund. Und Max Broll ist ein schlauer, sympathischer, wenn auch sturer Brummbär, als Ermittler, mit privaten Momenten, aber doch mit dem Fall sehr beschäftigt. Eine tolle Balance wurde hier gefunden.

Dieser Start der Max Broll Reihe ist ein sehr guter Start. Jetzt weiss der Leser über das Leben und die Umgebung von Max Broll ausführlich Bescheid. Der erste Fall ist abgeschlossen und man freut sich auf das nächste Buch der Reihe. Was mag da wohl kommen. Ein Vergnügen.

Fazit, es hat sehr viel Spass gemacht, und ich freue mich auf den 2. Teil, der schon bereits neben mir liegt. Ich habe tatsächlich nichts vermisst, beim Lesen dieses modernen Krimi’s. Darum gibt es auch 5 Sterne, selbst wenn mir angekündigt wurde, das die weiteren Teile noch besser werden. Naja, dann gibt es bald eben hier auch + und ++ :)

Also nochmal 5 Sterne

Ich empfehle dieses Buch und die Reihe, eh jedem Fan der Blum-Trilogie.
Aber auch, wer Bernhard Aichner noch nicht kennt, sollte sich dieses Vergnügen nicht entgehen lassen.

Ich bedanke mich bei dem btb-Verlag der Randomhouse-Verlagsgruppe, für das Rezensionsexemplar.

Und ich bedanke mich bei Bernhard Aichner für die tollen Lesestunden.


LG Euer Weltenwandler

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