Mittwoch, 8. März 2017

Rezension zu »Das Krokodil« von Maurizio de Giovanni

Klappentext des Buches: 



Sie nennen ihn das Krokodil. Er ist die perfekte Mordmaschine. Aber warum weint er, wenn er tötet?
Ein junger Mensch wird tot aufgefunden, kaltgemacht durch einen Schuss aus nächster Nähe. Den Täter nennt die Presse nur «das Krokodil». Weil er am Tatort ein Taschentuch mit Tränenflüssigkeit hinterlässt. Weint er Krokodilstränen um sein Opfer? Und weil er, wie das gleichnamige Raubtier, eine perfekte Mordmaschine ist. 
Inspektor Lojacono wurde von Sizilien nach Neapel strafversetzt. Jetzt sitzt er in einem tristen Polizeibüro und dreht Däumchen. Bis die schöne Staatsanwältin Laura Piras sein Talent erkennt und ihn mit dem Fall betraut. 
Und so treffen sie in einem morbiden Neapel aufeinander: Der Inspektor und der Killer. Ein neues Kapitel des ewigen Kampfes zwischen Gut und Böse hat begonnen. 

Wenn ihr jetzt denkt, es würde nur einen Mord geben in dem Buch, dann täuscht ihr euch. Der Killer macht weiter und Lojacono gerät unter Zeitdruck, um dem Killer die Möglichkeit zur nächsten Tat zu nehmen. 

Dieser Krimi zeichnet sich durch absolute Konzentration auf das Wesentliche aus. Der Leser wird nah an den Fall gebracht und auch an die Sicht von Ermittlern, Opfer und Täter. Das Private Leben der Ermittler wird hier zwar auch angeschnitten, überlagert aber nicht das Hauptgeschehen. Das ist mir persönlich halt immer wichtig.

Maurizio de Giovanni schreibt sehr klar und einfach. Mir gefällt sehr gut, dass er seinen Protagonisten keine »Superkräfte« gibt und auch ohne »special Effects« auskommt, im Gegensatz zu vielen anderen Autoren, die das selten gut hinbekommen. 

Neapel’s Atmosphäre und die dort lebenden Menschen werden so beschrieben, das der Leser es sich sehr gut vorstellen kann, man kann es sogar fühlen. Die Zeichnung der Protagonisten ist ausführlich genug, um der Handlung zu genügen, aber auch nicht zu lang, der Krimi läuft nicht Gefahr langatmig zu werden. 

Der Verlauf des Falles ist absolut nachvollziehbar und wirkt nicht krampfartig konstruiert. Sehr interessant ist auch, wie die Worte des Täters dargestellt werden, wenn er mit seinem »Liebes« kommuniziert (hier will ich aber nicht zuviel verraten).
Die Motive aller Protagonisten sind absolut menschlich, man kann es verstehen, auch wenn die daraus folgenden Taten natürlich nicht immer richtig sind.

Auch wenn der Autor ohne viel Blut auskommt, ist es im Gesamten doch grausam und schockierend, was der Killer da in Neapel anstellt, Maurizio de Giovanni weiss wie er Leser an den Gefühlen packt und schockiert zurücklässt nach diesem, auch düsteren mit Melancholie behafteten, Krimi.

Diesen Krimi empfehle ich natürlich als erstes allen Krimi-Fans, da er ein Paradestück für dieses Genre darstellt, meiner Meinung nach. Mich hat er so überzeugt, das ich diese Woche noch in der Buchhandlung meines Vertrauens, den zweiten Fall dieser noch recht jungen Reihe kaufen werde.

Die Bewertung dieses Krimi’s fällt mir nicht schwer, nach so viel Lesespaß:

5 satte Sterne

Wünsche euch das ihr dieses Buch auch lesen werdet.

Liebe Grüße


Euer Weltenwandler

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