Montag, 26. März 2018

Rezension zu 
»Stellt euch vor, ich bin fort«
von
Adam Haslett









Verlag: Rowohlt
Erscheinungsdatum: 24. Januar 2018

Beschreibung:

Alles beginnt mit einem Unglück auf einer Landpartie in Maine. Nein, früher: Es beginnt in den 1960er Jahren in London, als die junge Amerikanerin Margaret erfährt, dass John, ihr Verlobter, nicht einfach verschwunden, sondern manisch-depressiv in eine psychiatrische Klinik eingewiesen worden ist. Vor die Wahl gestellt, entscheidet sie sich für ein Leben an seiner Seite, ein Leben mit seiner Krankheit. Was daraus folgt, ist die Geschichte einer Familie über zwei Generationen, die Geschichte einer erblichen bipolaren Störung, einer mal glanzvollen und häufiger noch prekären Existenz, durchzogen von den Spuren eines großen Verlusts.
Quelle: Rowohlt.de


Diese Geschichte ermöglicht dem Leser, Einblick zu nehmen in das Leben von Betroffenen der bipolaren Störung und deren Mitmenschen. Soweit ich das überhaupt beurteilen kann, natürlich. 

Adam Haslett schreibt immer abwechselnd aus der Sicht der Protagonisten. Was bei solch einem Buch, das diese Thematik hat und darüber auch aufklären möchte, sehr sinnvoll erscheint.

Hier wird nicht der klinische Teil dieser Krankheit in den Vordergrund gestellt, auch wenn die Tabletten, die Michael nimmt, starke Auswirkungen auf ihn und somit auf die Geschehnisse hat, sondern der menschliche, emotionale und die Auswirkungen auf das soziale Umfeld.

Die Geschichte wirkt stimmig, der Schreibstil ist einfach gehalten und es werden nicht zu viele Fremdwörter verwendet. Haslett schafft es, durch Michaels Fantasien, den Leser auch mal zum schmunzeln zu bringen, was erleichternd wirkt, und die Atmosphäre nicht zu düster werden lässt.

Einen starken Spannungsbogen erwartete ich bei diesem Buch nicht, denn wer nur ein wenig über bipolare Störungen weiß, kennt deren Konsequenzen, die oft eintreten können. Trotzdem schreibt Haslett so interessant, das ich das Buch kaum aus der Hand gelegt habe, wenn ich Zeit hatte zum Lesen. 

Aber es ist auch mehr, als nur ein Buch über eine Krankheit, es ist auch ein Buch über Mitgefühl, Aufopferung, Familienbande, Kraft der Liebe und Freundschaft.

Mir hat es gut gefallen und ich gebe gerne 4 Sterne

Kaufempfehlung: Klare Kaufempfehlung, aber zuerst reinlesen!

LG


Der Weltenwandler
Rezension zu 
»Leere Herzen« von
Juli Zeh



Verlag: Luchterhand
Erscheinungstermin: 13. November 2017


Beschreibung:

Sie sind desillusioniert und pragmatisch, und wohl gerade deshalb haben sie sich ‎erfolgreich in der Gesellschaft eingerichtet: Britta Söldner und ihr Geschäftspartner Babak Hamwi. Sie haben sich damit abgefunden, wie die Welt beschaffen ist, und wollen nicht länger verantwortlich sein für das, was schief läuft. Stattdessen haben sie gemeinsam eine kleine Firma aufgezogen, "Die Brücke", die sie beide reich gemacht hat. Was genau hinter der "Brücke" steckt, weiß glücklicherweise niemand so genau. Denn hinter der Fassade ihrer unscheinbaren Büroräume betreiben Britta und Babak ein lukratives Geschäft mit dem Tod.

Als die "Brücke " unliebsame Konkurrenz zu bekommen droht, setzt Britta alles daran, die unbekannten Trittbrettfahrer auszuschalten. Doch sie hat ihre Gegner unterschätzt. Bald sind nicht nur Brittas und Babaks Firma, sondern auch beider Leben in Gefahr...

"Leere Herzen" ist ein provokanter, packender und brandaktueller Politthriller aus einem Deutschland der nahen Zukunft. Es ist ein Lehrstück über die Grundlagen und die Gefährdungen der Demokratie. Und es ist zugleich ein verstörender‎ Psychothriller über eine Generation, die im Herzen leer und ohne Glauben und Überzeugungen ist.
Quelle: Randomhouse Verlagsgruppe

Auf Juli Zeh als Autorin war ich schon länger neugierig, nur traf ihr Buch »Unter Leuten« so gar nicht mein Geschmack. Allerdings sprach mich dann die Beschreibung zu »Leere Herzen« zum Glück an.

Das Buch beginnt sehr vielversprechend und der Schreib- und Erzählstil von Juli Zeh sind sehr angenehm, alles ist gut nachzuvollziehen. Sie verliert sich nicht in unnötige Details. 

Die Spannung bleibt anfänglich knackig stramm, allerdings nur, bis Britta und Babak sich schützen müssen, vor den »Trittbrettfahrern«, leider!
Ab dem Punkt geht es stetig bergab, und Handlungen werden langweilig, nicht nachvollziehbar, und man wünscht sich, dass einige Passagen doch ausführlicher beschrieben worden wären. 

Sicher hat die Autorin, gut dargestellt was uns in der Zukunft, so oder so ähnlich, politisch, blühen könnte, nur reicht mir das nicht, es wäre sicher nicht schwer, das Ende spannender zu gestalten. Vor allem mit der tollen Idee, die Juli Zeh hatte, was das Business angeht, von Britta und Babak.

Insgesamt bin ich leider enttäuscht, denn ein Spannungsaufbau ist immer besser als ein Spannungsabbau in einer Geschichte. 

Für die Idee, Schreibstil und ein halbes Buch vergnügen, gebe ich also dann also 3 Sterne

Kaufempfehlung: Auf eigene Gefahr!



LG Der Weltenwandler

Sonntag, 4. Februar 2018











(Abbruch-)Rezension zu:
Ashland & Vine
von
John Burnside









Verlag: Knaus
Erscheinungsdatum: 25.09.2017

Beschreibung:

John Burnsides großer Roman über Amerikas verdrängte Traumata
Mit dem Mord an ihrem Vater, Rechtsanwalt und Gegner der Rassentrennung, endet jäh die behütete Kindheit der jungen Jean und ihres Bruders Jeremy. In der Lebensgeschichte der beiden Geschwister spiegeln sich die politischen Entwicklungen, die in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts Amerika tief gespalten haben: von der Kommunistenhatz der McCarthy-Ära über die erstarkende Bürgerrechtsbewegung zur Black Panther Party, Vietnam und dem Kalten Krieg. Als der Traum von einer gerechten Welt in immer weitere Ferne rückt, zieht sich Jean in die Einsamkeit zurück. Bis eines Tages eine junge, alkoholkranke Frau vor ihrer Tür steht und ihre Hilfe braucht.

In seinem neuen Roman erzählt John Burnside die Geschichte einer Familie aus den amerikanischen Südstaaten: berührend und poetisch eindringlich.
Quelle:Randomhouse.de

Für diese Rezension werde ich keinen großen Aufwand betreiben, denn dieses Buch war so gar nicht meins. 
Alleine das eine schwere Alkoholikerin das Trinken aufgibt nur um die Lebensgeschichte einer anderen Person erzählt zu bekommen, erscheint mir sehr unrealistisch. Teilweise erinnerte mich die Geschichte an eine schlechte Kopie vom Film »Grüne Tomaten«, aber auch an »Shades of Grey« erinnerten mich einige Passagen, und das nicht im positiven Sinne. 

Mich sprach die Geschichte nicht an, die Protagonisten lösten bei mir nur Langeweile aus, ich kämpfte mich bis ca Seite 200, dann war ich es satt meine Zeit weiter zu verschwenden. Ich brach ab. Darum kann ich nur diese Seiten auch bewerten.

Im allgemeinen wurde das Buch sehr gut besprochen, darum möchte ich betonen, das meine Meinung absolut subjektiv ist. 

Für den gelesenen Teil des Buches von mir also keinen Stern.

Donnerstag, 28. September 2017

Lesung zu "Niemals" mit Andreas Pflüger

im Rahmen der CrimeCologne


Veranstalter: Buchhandlung Klaus Bittner, Köln ( http://www.bittner-buch.de )
Genre: Thriller
Erscheinungsdatum: 9. Oktober 2017




Beschreibung zum Buch: 

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?
Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.
Quelle: Suhrkamp Insel Verlag


Was für ein Abend! Zunächst war ich sehr glücklich, das wir in der ersten Reihe Platz nehmen konnten. 
Es sollte die erste Lesung zu Andreas Pflüger's neuem Buch aus der Jenny Aaron Trilogie werden. Wie meist üblich, würde man nach der Lesung, das neue Werk vor Ort kaufen und signieren lassen können. Ich denke jeder Leser kennt das Gefühl, die Nervosität, endlich die Fortsetzung einer Reihe, in den Händen halten zu dürfen, es sein Eigen zu nennen. ( Mir fällt es echt schwer, meine derzeitige Lektüre nicht abzubrechen, und "Niemals" zu verschlingen).

Margarete von Schwartzkopf moderierte diesen Abend, der im Rahmen des Krimifestivals CrimeCologne stattfand. Ich kannte sie bisher nicht so gut, eigentlich war mir nur der Name geläufig, und war begeistert von dieser Dame. Sie stellte die richtigen Fragen, vermittelte wirkliche Kompetenz und Seriösität. Eine klasse Frau!

Ort für die Lesung war der Santa Clara Keller, wie auf den Fotos zu sehen, sind so einige Keller in Köln noch aus längst vergangenen Zeiten, auf die oft dann ein modernes Gebäude gesetzt wurde. Der Keller wirkt wie ein Gewölbe und sorgte für eine warme Atmosphäre, eben nicht kalt und steril.

Die Reihenfolge der Ereignisse bekomme ich nicht mehr zusammen, darum sei es mir verziehen, wenn diese nicht korrekt ist, ich denke das ist auch gar nicht so wichtig.

Andreas Pflüger erzählte in welchen Bereichen er tätig ist als ( Drehbuch-) Autor, welche Verantwortungen diese Arbeit mit sich bringt und welche Eigenschaften ( welches Talente) dafür nötig sind. Auch berichtete er wie er auf Jenny Aaron gekommen ist, wer ihn inspirierte, die Blindheit zum Thema seiner Bücher zu machen. Ich könnte dazu schon in Details gehen, möchte aber nicht spoilern, denn wer ihn von meinen Lesern bald zum ersten mal selbst erlebt, soll die gleiche Spannung erfahren können, wie ich es durfte.

Beindruckend ist auch, was dieser Autor an Recherche betreibt, mit welchen Menschen er zusammenarbeitet, ob es zum Thema Layout, medizinische Fakten zum Thema Blindheit und in dem Zusammenhang auch zum Thema Hirnforschung. Er transportiert diese Informationen , so exakt, das ich ihm glatt abnehmen würde, er sei selbst ein Wissenschaftler im jeweiligen Bereich, aber nie so, das es zu fachlich wirkt. 

Auch beeindrucken ist, wie er schreibt, mit welcher gnadenlosen Disziplin und Konsequenz.
So liest er auch. Am Abend las er drei Abschnitte des Buches vor, seine Betonung und das Timing dabei, sorgten dafür das ich die ganze Handlung ganz klar vor mir sah, wie im Film. Wenn ich selber lese, habe ich zwar auch alles im Geist vor mir, nur hatte ich das Gefühl das meine Wahrnehmung, anders war, da ich besonders in rasanten Action-Szenen, schneller das gelesenen verarbeiten musste. Eine wirklich intensive Erfahrung, für die ich sehr dankbar bin.

Den gesamten Abend empfand ich als ein spannungsgeladenes Ereignis auf höchstem Niveau, ohne auch nur eine Sekunde der Schwäche. Er hat meine Sicht zur gesamten Geschichte um Jenny Aaron verändert. Denn wenn man vom Autor selbst hört, was er in der Geschichte transportieren will, kann es sehr gut sein, das man selbst merkt: "So habe ich es noch gar nicht betrachtet" oder "Jetzt verstehe ich besser" etc. Mir persönlich erging es gestern so, einige Aspekte, werde ich jetzt in "Niemals" anders wahrnehmen, und bin dankbar für diese Bereicherung. Ich werde einiges intensiver wahrnehmen, das Buch wird als Werk noch wertvoller.


Auch die Erfahrung "Lesung" wurde durch diesen Abend neu, und hat mich motiviert, mehr solcher Veranstaltungen zu besuchen.


Mein Dank gilt Andreas Pflüger, Margarete von Schwarzkopf, Klaus Bittner, dem CrimeCologne-Team, und dem Suhrkamp Verlag.

LG Euer Weltenwandler 



Dienstag, 19. September 2017

Rezension zu
»Blut & Rache«
von Uwe Alexi



Beschreibung:
Der als Mörder verurteilte Luka Basler wird nach guter Führung frühzeitig aus der Justizvollzugsanstalt entlassen. Sein  Bewährungshelfer vermittelt ihm für einen perfekten Neustart eine kleine Wohnung im noblen Bad Homburg. Er ist von der Läuterung seines Schützlings überzeugt. Außer der Vermieterin dürfte niemand etwas über Lukas Vergangenheit wissen und doch ist sie plötzlich in aller Munde. Als kurze Zeit später im Kurpark ein brutaler Mord verübt wird, eskaliert die ohnehin schon aufgeheizte Stimmung in der sonst so ruhigen und beschaulichen Stadt. Es beginnt eine gnadenlose Hetzjagd. Armin Anders‘ zweiter Fall.“


Als ich zu lesen begann, irritierte mich zunächst der Schreibstil. Wie Uwe Alexi bestimmte Eindrücke und Begebenheiten verstärkte (betonte), störte mich zunächst beim Lesen und ich befürchtete, das mir dieses Buch, im Gegensatz zu seinen Thrillern zuvor, nicht wirklich Spaß und Spannung bringen würde.

Doch dieses Gefühl hielt nicht lange an. Als ich weiter las, verlor ich mich in der Handlung, die grob in erst 2 Handlungssträngen geschrieben ist, die abwechselnd erzählt werden. Bad Homburg meets Afrika könnte man sagen, und das weckte Neugier in mir, da in beiden der jeweils eigene Spannungsbogen präsent ist und hält. Wie beides dann im Verlauf verbunden wird, ist absolut gelungen.

Zu diesem Buch muss man sagen, das es blutiger und bestialischer wird, als der erste Band dieser Reihe, und mir wurde es bei einer Szene schon ganz anders, aber zum Glück sind diese Momente keine Dauerszenen. 

Die Haupthandlung liegt hier auf den Ereignissen die aus den Verbrechen hervorgehen, sprich Wirkung auf die Betroffenen und Ermittelnden (Nachforschenden) und der folgenden Konsequenzen. Und hier macht das Buch wirklich Spaß und ist spannend als auch mal amüsant. 

Ich habe dieses Buch innerhalb von nur 2 Tagen gelesen, eine enorme Leistung, da ich sehr beschäftigt bin zur Zeit, soll bedeuten, es ist so rasant und fesselnd geschrieben, das ich jede freie Minute genutzt habe. Sprich, von Langeweile oder Langatmigkeit keine Spur. 

Wichtig ist auch, dass der Journalist Armin Anders, ab diesen Band 2 der Reihe, der Hauptprotagonist ist, und wohl auch bleiben wird. Diese Idee gefällt mir, und ich finde die Person, als solche, sehr gut herausgearbeitet. Sehe da auch noch Potential, was das Wirkungsfeld angeht, in dem er, in Zukunft, operieren könnte. Besonders mit seinem Kumpel Manfred, dem »IT-Speziallisten«. Bin da noch sehr gespannt.

Insgesamt ist es ein Thriller, der harmonisch geschrieben ist. Die Verknüpfungen der Szenen sind stimmend, und wirken nicht künstlich oder krampfhaft konstruiert. Auch die spirituellen Szenen finde ich in Ordnung, da mit diesen nicht übertrieben wird. Solange niemand von den Toten aufersteht, und es zum Horror wird, darf es meiner Meinung nach in einem Thriller Thema sein. 

Ich denke, so langsam sollten sich die großen Verlage mal mit Uwe Alexi beschäftigen, denn dieser Thriller ist besser, als so einiges, was ich schon, von namhaften Autoren, gelesen habe. 

Trotz anfänglicher Bedenken bekommt dieser Thriller von mir 5 Sterne, denn er hat mir sehr gute und spannende Unterhaltung geliefert. 

Mehr Infos zum Autor findet ihr hier: https://uwealexi.de


Kauft euch das Buch wenn ihr Thriller mögt, es ist jeden Cent wert!


LG Euer Weltenwandler

Donnerstag, 14. September 2017

Rezension zu 
»Ermordung des Glücks«
von Friedrich Ani




Inhalt
Das Glück wird ermordet, als der 11-jährige Lennard Grabbe im kalten Novembermünchen nicht nach Hause kommt und 34 Tage später als Mordopfer aufgefunden wird. Exkommissar Jakob Franck, den man bereits aus Der namenlose Tag kennt, überbringt den Eltern die schrecklichste aller Nachrichten – das Glück verschwindet. Aber auch das Glück anderer, mit Lennard in Verbindung stehenden Personen endet abrupt oder wird ermordet.
Während die Sonderkommission auf der Stelle tritt und die Familie keinen Weg findet, mit dem Verlust umzugehen, vergräbt Franck sich bis zur Erschöpfung in Zeugenaussagen und Protokollen, verbringt Stunden am Tatort und bedient sich seiner speziellen Technik der Gedankenfühligkeit – immer in der Hoffnung, das »Fossil«, den einen ausschlaggebenden Faktor zur Aufklärung des Falls, ans Licht zu bringen. Angetrieben wird er dabei nicht nur von dem Bedürfnis, der Familie zu Klarheit zu verhelfen und so ihre Trauer zu lindern, sondern auch von den schmerzhaften Erinnerungen an die ungelösten Mordfälle seiner Karriere.
Quelle: Suhrkamp / Insel Verlag

Genre: Roman (Kriminal-)
Erscheinungsdatum: 11.09.2017

Nachdem ich im Jahr 2016 »Der namenlose Tag«, dem ersten Fall von Jakob Franck, gelesen hatte, welches das erste Buch von Friedrich Ani für mich war, war ich gespannt auf die Fortsetzung. Der Schreib- und Erzählstil von diesem außergewöhnlichen Autor hatte mich sehr beeindruckt. 

Und auch hier wurde ich schon, nach nur wenigen Seiten, selig. Ani nahm mich sofort mit auf die Reise in Jakob Franck’s Welt. Fast zärtlich, rücksichtsvoll, als könnte der Leser selbst vom Geschehen betroffen sein, wird hier das Drama der Familie Grabbe erzählt, welcher Jakob Franck die Todesnachricht überbringt. Hier werden aber keine »Gaffer« befriedigt, die sich am Leid anderer ergötzen, Gewalt wird hier nicht verwendet um Aufmerksamkeit zu erregen, sondern ist Ursache für pure Traurigkeit.

Dieser Roman stellt die Tragik dar, die uns alle widerfahren könnte, durch den gewaltsamen Verlust eines, uns nahestehenden, Menschen. Wie würden wir reagieren, welche Moralvorstellungen gelten dann noch in unseren Leben, wenn das unfassbare in unser Leben tritt, und ein Jakob Franck uns die Nachricht überbringt, dass unser Kind ermordet aufgefunden wurde.

Im Roman fällt Tanja Grabbe, die Mutter des ermordeten Lennard Grabbe in eine tiefe Depression, was die weiteren Geschehnisse auslöst oder stark beeinflusst. In diese düstere Atmosphäre werden wir Leser geführt, ohne ein Happy End erwarten zu dürfen. Alles was bleibt, ist die Hoffnung nach Gerechtigkeit und das dies dann dazu führt, dass die Familie einen Weg ins Leben zurückfindet. 

Nun überschlagen sich aber in der Geschichte die Ereignisse, durch unerwartete Erkenntnisse und Ereignisse, welche eine Spannung erzeugen, die im Buch von Beginn an, bis zum Ende erhalten bleibt. Niemand der ein Herz in sich trägt, kann sich wirklich diesen Gefühlen entziehen. 

Erleichtert war ich auch, dass das Privatleben von Jakob Franck auch seinen Platz in der Geschichte findet, doch nicht in den Vordergrund gerückt wurde, also nicht zu sehr ablenkte von den zentralen Ereignissen im Fall Lennard Grabbe. Friedrich Ani hat da die ideale Dosis gefunden. 

Der Schluss vom Buch ist auch unerwartet, er machte mir klar, das es Friedrich Ani hier wohl nicht darum geht, einen reinen, klassischen, Krimi zu schreiben. Er erzählt in der Hauptsache, wie Menschen funktionieren unter extremen Situation, wenn sie hart geprüft werden vom Leben. Mit ihren Schwächen und Stärken, auch wenn die Schwächen hier wohl in der Familie Grabbe überwiegen. Die Frage ist, möchte Ani erreichen, dass der Leser das Ganze reflektiert, und auf sein eigenes Leben bezieht. Sich vorbereitet auf Unerwartetes, das schließlich jeden treffen kann? 
Wissen tut man es nicht, aber für mich macht es Sinn. 

Dieses Buch hat mich wieder von Ani überzeugt, die Geschichte ist stimmig, sehr realistisch und wie bekannt fast poetisch und melancholisch erzählt. Ein Markenzeichen von Friedrich Ani. Für Liebhaber von Sprache immer ein Genuss, das nehme sogar ich wahr und lerne durch diesen Autor, die Schönheit des geschriebenen Wortes, zu schätzen.

Dank gilt dem Suhrkamp / Insel Verlag für dieses Rezensions-Exemplar

Mehr Informationen zum Buch findet ihr hier: 



Hier noch der Buch-Trailer dazu:








Dieses Buch bekommt von mir 5 Sterne +

Ein Lese-Highlight für mich 2017

Ich freue mich auch die Lesung am 26.09.2017 hier in Köln, im Rahmen der CrimeCologne:


Ich kann dieses Buch wirklich jedem empfehlen, ob Krimi-Fan oder nicht!


Für einen kleinen Eindruck, hier noch ein Video mit kleiner Lesung von Friedrich Ani aus dem Buch:







Euer Weltenwandler

Sonntag, 3. September 2017

Rezension zu
»UNDERGROUND RAILROAD«
VON COLSON WHITEHEAD




Beschreibung:
Cora ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven. Über eine Falltür gelangt sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnet. Jeder Staat, den sie durchquert, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika.
Quelle: Hanser-Literaturverlage


Erscheinungsdatum: 21.08.2017 
352 Seiten
Hanser Verlag
Fester Einband
ISBN 978-3-446-25655-2
ePUB-FormatISBN 978-3-446-25774-

Zum Buch:
Ich war sehr gespannt auf dieses Buch, denn seit ich lesen kann interessiert mich das Thema Unterdrückung, Ausbeutung, Rassismus, Apartheid etc. sehr. Ich konnte und kann bis heute nicht verstehen wie wir Menschen miteinander, teilweise, umgehen.

Ich kenne die Geschichte der Sklaverei in den USA Südstaaten, doch Colson Whitehead zeigt mir hier in diesem Buch, mit dem Thema des Fluchtnetzwerkes »Underground Railroad«, einen neuen Teil der Geschichte. Dieses Netzwerk gab es tatsächlich, auch wenn es nicht wie im Buch beschrieben, sich eines unterirdischen Eisenbahnnetzes behalf. Sondern Metaphern des Eisenbahnzeitalters nutzte, wie zum Beispiel »Station« (Unterkunft), »Passenger« (Flüchtender).
Infos dazu findet ihr hier:
https://de.wikipedia.org/wiki/Underground_Railroad

Mit dieser Geschichte wurde mir sehr bewusst, dass diese »Eisenbahnen« bis heute noch fahren und kein Ende abzusehen ist. Denn egal wohin im Buch Cora flüchtet, es gibt immer wieder Rückschläge nach der Hoffnung es endlich geschafft zu haben, und in Freiheit, gleichberechtigt leben zu dürfen.
Wenn wir in unsere heutige Welt schauen, gibt es reichlich Orte an denen Menschen nicht frei und würdig leben dürfen, benutzt, gequält, verfolgt, verletzt und umgebracht werden.
Aber es gibt eben auch weiterhin Menschen, die diese Eisenbahnlinien in Stand halten, und weiter aufbauen.

Colson Whitehead erzählt also nicht nur die Geschichte einer Flucht mit Hilfe der »Underground Railroad« von der Sklavin Cora, sondern spricht den Leser an, sich umzuschauen in unsere Umgebung, unserer Gesellschaft, unserer Welt!
Es zeigt sich in der Geschichte, wenn du einem Menschen Macht verleihst, zeigt sich sein wahrer Charakter. Ob positiv oder negativ, beides wird im Buch dargestellt in verschiedenen Protagonisten.
Das dieses Buch keine fröhliche Unterhaltung ist, brauche ich so nicht mehr weiter erwähnen denke ich.

Colson Whitehead schreibt in sehr verständlicher Sprache, und das ist sehr vorteilhaft, denn so erreicht er mehr Leser, aller Schichten, und nicht nur Literatur-Intellektuelle. Diese Botschaft an die Menschheit, erreicht zumindest alle die lesen können. Der Erzählstil ist typisch amerikanisch, soweit ich das beurteilen kann. Erinnerte mich an Harper Lee, vielleicht auch wegen der Thematik. Ich empfinde es genau richtig geschrieben, auf das Wesentliche konzentriert.
Den Pulitzerpreis für »Fiction« finde ich hochverdient, und finde, es sollte unbedingt für den Literaturnobelpreis in Betracht gezogen werden. Ein sehr guter Kandidat!
Es gab wieder, im Social Media, Stimmen die schrieben, es sei wieder ein Buch das »gehyped« wird.
Ich sage dazu, ja bitte hyped es ohne Ende, denn wir brauchen solche Bücher um über uns, als Menschen, nachzudenken.

Insgesamt finde ich dieses Buch, wie zu erahnen, großartig, auch wenn es komisch ist dieses Wort im Zusammenhang mit dem Leid, das im Buch beschrieben ist, zu verwenden. Doch ist die Geschichte ein Geschenk an jeden mitfühlenenden Menschen und Anstoß die Welt etwas besser zu machen. Beginnen kann jeder in seiner, kleiner, eigenen Umgebung. Auch wenn es abgedroschen klingt.
Wir sollten, wie die Fluchthelfer im Buch, ohne Erwartungen, etwas zurückzubekommen, unseren Mitmenschen helfen, Hoffnung in schweren Situationen zu haben und vielleicht wieder ein Lächeln auf den Lippen zu haben.

Das ist, was ich mitnehme aus der Geschichte und gebe solch einem wertvollen Werk:
Natürlich:

 5 Sterne

Kauft euch dieses Buch, es ist eine Bereicherung für euer Herz und wertvolle Erfahrung für unseren Geist.

Liebe Grüße
Euer Weltenwandler

Am besten kauft ihr es im Buchhandel, hier der Link zum Onlineshop meines Buchhändlers:

 https://bittnerbuch.buchhandlung.de/shop/article/32717155/colson_whitehead_underground_railroad.html
Weitere Informationen zum Buch findet ihr hier:

https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/underground-railroad/978-3-446-25655-2/

Samstag, 2. September 2017



NEUERSCHEINUNG UND LESUNG 
"NIEMALS"
VON ANDREAS PFLÜGER


( 2. BAND DER JENNY AARON REIHE)






ICH FREUE MICH RIESIG AUF DIESE LESUNG HIER IN MEINER HEIMATSTADT.
WER ANDREAS PFLÜGER UND SEINE JENNY AARON REIHE NOCH NICHT KENNT, SOLLTE ES SCHNELL NACHHOLEN.
BEDENKT AUCH, DAS ES BESTIMMT SCHON VORAB-EXEMPLARE DES 2. BUCHES DER REIHE UM JENNY AARON, AUF DER VERANSTALTUNG GEBEN WIRD.

WÜRDE MICH FREUEN, EINIGE VON ZU EUCH SEHEN HIER IN KÖLN.

GANZ LIEBE GRÜßE

Lesung 
und Gespräch

Mittwoch, 27.09.2017, 20:00 Uhr
Sancta-Clara-Keller
Am Römerturm 3 
50667 Köln 

Im Rahmen der Crime Cologne
Andreas Pflüger liest aus seinem aktuellem Thriller Niemals
Moderation: Margarete von Schwarzkopf

Eintritt:
VKK: € 14,-
AK: € 16,-


Inhalt

Jenny Aaron ist eine Polizistin mit überragenden Fähigkeiten. Und sie ist blind. Man drängt sie zur Rückkehr in die geheime Sondereinheit, in der sie früher war. Es wäre wieder ein Leben aus purem Adrenalin. Doch will sie das?Als ihre Vergangenheit sie einholt, muss sie sämtliche Zweifel hinter sich lassen. In Marrakesch wartet der gefährlichste Mann der Welt auf sie. Jemand, von dem viele glauben, dass er nur ein Mythos sei. Aaron erfährt, was er ihr angetan hat. Um ihn zu töten, ist sie bereit, alles zu opfern, was ihr je etwas bedeutete.

Quelle: Suhrkamp/ Insel Verlag


Gepl. Erscheinen: 09.10.2017
fester Einband mit SU, 473 Seiten
ISBN: 978-3-518-42756-9





Andreas Pflüger: »Niemals« (Buchtrailer)







Andreas Pflüger: »Niemals« (Lesung)






MEHR INFOS HIER: http://www.suhrkamp.de/buecher/niemals-andreas_pflueger_42756.html



Wasserspiele




DAS NORMAN-AREAL
von Jan Kjaerstad




Entdeckt habe ich es bei meinem Buchhändler, und freue mich es ab dem 10.09.2017, in meinem Urlaub, lesen zu dürfen. Dazu werde ich hier gerne berichten.
Verlag: Septime Wien
Genre: Roman
Aus dem Norwegischen von Bernhard Strobel
Beschreibung:
John Richard Norman wächst in Oslos denkbar schönster Straße auf: an dem einem Ende befindet sich eine Schokoladenfabrik, am anderen die Segeltuchfabrik »Christiana«, jene Fabrik, die dazumal das Schiff der norwegischen Polarexpedition, die Fram, mit den Segeln ausstattete. In diesem Spannungsfeld, zwischen Süßigkeiten und Entdeckungsreisen, wächst John Richard heran und entwickelt sich zum Inbegriff des qualifizierten, leidenschaftlichen Lesers. Mehr noch: Die Wörter lesen und leben sind für ihn gleichbedeutend. Entgegen der Warnung seiner Mutter, dass es nicht gut sei, wenn man sich zu sehr in die Bücher, in die Fiktion vertieft, verschlingt er Bücher wie andere Schokolade. Dass er letztendlich ein herausragender Verlagslektor bei einem renommierten Verlag wird, dessen Autoren fast immer erfolgreich sind, verdankt er einer Gabe: Er weiß immer, wann ein Buch Schokolade ist und wann ein Segel. 
Als seine Lesefähigkeit unerwartet schwindet – und nicht nur das, denn plötzlich befällt ihn eine schwere Übelkeit, jedes Mal, wenn er ein Manuskript zu lesen beginnt –, sucht John Richard Zuflucht in einem Haus auf einer wenig bevölkerten Insel auf einer Landspitze am Meer. Dort taucht eine fremde Frau auf, in die er sich auf den ersten Blick verliebt, und die große Literatur wird von der großen Liebe in den Schatten gestellt. Oder doch nicht? 
»Dieses Buch handelt von den beiden wichtigsten Dingen im Leben: von der Liebe und von Büchern.«
Jan Kjærstad 
Quelle: Septime Verlag Wien

Samstag, 26. August 2017

Lesung zu "Underground Railroad"
von Colson Whitehead
ausgezeichnet mit dem Pulitzerpreis 2017




Ich habe das große Glück, für die #lesung von #colsonwhitehead am 29.November 2017 hier in #köln, 2 Karten ergattert zu haben.
Wann erlebt man schon einmal einen#pulitzer -Preisträger. 😊😎🤓💪
Ausgerichtet wird die Lesung von der Buchhandlung Klaus Bittner, der Buchhandlung meines Vertrauens.
Mehr zur Veranstaltung findet ihr hier: http://www.bittner-buch.de/events/